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Geballte Inspiration

Pionierin Sabine Ulrich aus Stade stellte beim Netzwerktreffen Start-it-Up ihre Arbeit vor
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Geballte Inspiration
Mit einer zündenden Idee fangen viele Feuer. © pixabay.com

Ein Speed-Dating zum Kennenlernen, eine spannende Idee aus Frankfurt, bei der ein Tiny House eine zentrale Rolle spielt, und eine inspirierende Pionierin aus Stade bei Hamburg, die deutlich machte, dass neue Formen von Kirche nicht immer ein großes Konzept benötigen, dafür aber wache Augen und Ohren für die Mitmenschen. Das hat das zweite Start-it-Up Netzwerktreffen am Freitag, 5. Februar 2021, geboten. Die mehr als 20 haupt- und ehrenamtlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten bei dem kurzweiligen und abwechslungsreichen einstündigen Treffen geballte Inspiration für die Entwicklung der pastoralen Arbeit im Bistum.

Menschen erreichen, die niemals zur Kirche gehen würden

Mit dem Bollerwagen im Stadtteil unterwegs oder regelmäßig zu Gast in einem Café ist Sabine Ulrich. 2017 zog die erste Pastorin für Fresh-Expressions der evangelischen Landeskirche Hannover nach Stade, um losgelöst von der Arbeit in einer Pfarrei in einem Neubaugebiet tätig zu werden. „Das allererste, was ich gemacht habe, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen, war, dass ich mich mit dem Bollerwagen auf den Spielplatz gestellt habe“, erzählt Ulrich. Mit ihrem Projekt „RaumZeit“ will sie Menschen ansprechen, die nicht mehr in die Kirche kommen und auch so wenig Berührungspunkte zu den evangelischen Gemeinden haben. 

Bis heute gibt es die regelmäßigen Treffen auf dem Spielplatz. Entstanden sei eine feste Gemeinschaft junger Familien, für die die Pastorin schaue, was gerade gebraucht werde. Bierzeltgarnituren auf der grünen Wiese, abendliche Spaziergänge mit Laternen, Basteltüten zu Fasching: Die Pastorin erzählt von vielen kleinen Aktivitäten, die Gemeinschaft stiften. „Wir haben ganz viele Menschen, die niemals zur Kirche gehen würden.“ Die jungen Familien schafften sich „ihre Kirche, ihre Gemeinschaft, selbst“. Ulrich begleite mit ihrem Projekt diesen „Prozess der Vernetzung in einem neuen Stadtteil“ mit sehr großer Offenheit. Während der Corona-Pandemie habe sie regelmäßig „Gute-Nacht-Geschichten“ für Familien auf dem Spielplatz angeboten. Am Heiligabend habe sie die Weihnachtsgeschichte zu den Menschen nach Hause gebracht. Mit im Gepäck das Friedenslicht aus Bethlehem.

Moderne und mobile Präsenz von Kirche im Lyoner Quartier in Frankfurt

Auf kleinstem Raum die Identität im Lyoner Quartier stärken und einen Begegnungsort für junge Menschen und Zugezogene schaffen. Darum geht es bei einer spannenden Idee, die Simone Krämer aus Frankfurt vorstellte: „Wir wollen eine mobile Präsenz von Kirche mit Hilfe eines Tiny Houses aufbauen“, erklärt die Pastoralreferentin aus der Pfarrei St. Jakobus. Mit Blick auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen Tiny Houses, kleinste Häuser, derzeit voll im Trend und bieten auf engstem Raum alle notwendigen Einrichtungsgegenstände an. Im Lyoner Quartier lebten viele junge Menschen. „Da braucht es eine ganz eigene Form der Präsenz von Kirche“, meint Krämer. In der Projektgruppe, zu der neben der Pfarrei auch weitere Partner wie zum Beispiel die evangelische Kirche gehörten, sei dann die Idee mit dem Tiny House aufgekommen. „Wir haben durch Befragungen der Zugezogenen festgestellt, dass es einen Ort der Begegnung geben muss. Und der muss attraktiv und modern sein.“ Im Lyoner Quartier gebe es das bisher nicht. „Es gibt keine Orte der Begegnung. Es gibt keine Cafés. Es ist ein totes Viertel“, sagt Krämer. „Wir wollen so arbeiten, dass wir für die Menschen da sind und an deren Bedürfnisse anknüpfen. Sowas können wir ja gut.“

Nächstes Start-it-Up-Treffen steht noch nicht fest

„Start-It-Up“ ist ein noch junges Netzwerk im Bistum Limburg, das von einer Gruppe von Kundschaftern ins Leben gerufen wurde, die 2019 im Rahmen der sechs Exkursionen des Bistums Limburg nach London und Paris, in verschiedene deutsche Bistümer, auf die Philippinen und nach Israel inspirierende und begeisternde Erfahrungen gemacht hatten. Bei den bisher zwei digitalen Treffen, die offen für alle Interessierte waren, vernetzen sich die Teilnehmenden untereinander, tauschen sich über Ideen aus und unterstützen sich gegenseitig. Ob und wann das nächste Start-It-Up-Treffen stattfindet, steht noch nicht fest und soll nach einer Reflexion des Konzepts im Februar entschieden werden.

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